Frage zu Erde und Kompost

24.04.2013 Liebe Karin, Nach dem Workshop in Binningen - vielen Dank nochmals dafür! - kamen mir noch Fragen zu Erde / Kompost: Wo hattest Du die Erde gekauft, die Du in den Workshop mitgebracht hast bzw. hast Du einen Tipp für gute Kauf-Bio-Erde in Basel? (Ich habe Erde erwischt, welche stinkt.) Mischst Du die alte Erde aus dem Vorjahr aus allen Töpfen zusammen und verteilst sie dann einfach in verschiedene Töpfe, weil ja eh neues Material dazu / drüber kommt, oder machst Du das je nach Topf / Pflanze wegen der Fruchtfolge getrennt? Woher beziehst Du Kompost? Merci falls Du kurz Zeit hast zum Antworten.
Herzlich, Angelika

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26.04.2013 Liebe Angelika. Die Erde war ein echter Glücksgriff. Ich habe sie bei Norma in Deutschland gesehen. Wenn Erde in Plastiksäcken zu lange lagert, oder zu nass lagert, dann stinkt sie ein paar Tage. Bei der Setzlingsanzucht im Zimmer ist das sehr ärgerlich. Da sollte man nicht zögern, sich ein, zwei weitere Säcke zu kaufen. Die stinkende Erde kann man dann draussen immernoch verwenden, der Geruch verflüchtigt sich dann schnell.
In den meisten meiner Töpfe waren Tomaten. Diese stehen gern in ihrer Erde vom letzten Jahr. Das Ganze wurde aufgepeppt mit etwas Kompost oder verrottetem Pferdemist und funktionierte super. Neben den Tomaten hatte ich oft Feuerbohnen in den Töpfen. Diese können Stickstoff aus der Luft bündeln und lagern ihn an ihren Wurzeln in Knöllchen an, was auch ein guter Dünger ist.
Zum Töpfe-Auffüllen: Ich hatte nie wirklich auf die Fruchtfolge geachtet. Es gab immer einen leeren Topf, da kam alles rein, was anfiel: Zeitung unten, dann Unkraut, alte Blätter, Moos vom Boden, Erde aus alten Töpfen... Durch die Mischung hat es gut funktioniert.
Fertigen Kompost gibt es in bestimmten Quartierskompoststellen, hier Öffnungszeiten für Binningen und Basel.

Beim Quartierskompost weiss man im Prinzip aber auch nicht, was die einzelnen Haushalte dort entsorgen. Die Schalen von Biogemüse? Auch nicht-Bio-Gemüseschalen kommen in diesen Biomüll und die verschiedenen Schadstoffe werden von den Mikroben recht unterschiedlich zersetzt und unschädlich gemacht. Man mag es für spitzfindig halten, aber wenn Du richtigen Bio-Kompost möchtest, geht nichts über den eigenen Kompost Deiner Abfälle. Basel-Stadt unterstützt die Bevölkerung dabei durch Information und auch Materialien, die KOSTENLOS nachhause geliefert werden, siehe hier.



Schattengemüse gesucht

22.03.2013 Hallo Ihr Lieben, ich habe eine Terrasse ohne Sonne. Was könnte ich da pflanzen? Ich suche also sozusagen "Schattengemüse". Als einziges habe ich bisher mit Erfolg in einer feuchten Ecke Bärlauch angepflanzt. Für Tipps wäre ich sehr dankbar. Liebe Grüße Bettina Landgrebe
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28.03.2013 Liebe Bettina, als sehr dankbar auf meinem Nordost-Balkon habe ich bisher Pflücksalat, Ruccola, Basilikum und Ringelblumen erlebt. Die Pflanzen haben allerdings morgens etwas Sonne bekommen, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob es auch ganz ohne Sonne funktioniert. Liebe Grüße, Sabrina
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19.04.2013 Hallo Betttina, eine sicherlich interessante Variante für Nordbalkons ist die Pilzzucht. Anbei die Weiterleitung zum Workshop "Speisepilze zuhause züchten" der im Oktober in Freiburg von Lebensdorf e.V. angeboten wird. Info von der Homepage: Mit diesem besonderen Angebot möchten wir die Erfahrungen einiger Jahre Pilzzucht zuhause weitergeben. Dabei werden alle wichtigen Schritte der Pilzzucht erläutert und teilweise von den TeilnehmerInnen selbst durchgeführt. Weitere Infos... LG, Karin
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23.04.2013 Hallo, vielen Dank für die bisherigen Antworten. Zur ersten: fotografieren und ins Netz stellen kann ich nicht und hilft auch nichts, es ist kein gestalterisches Problem. Zu Sabrina: Deine Vorschläge sind zu "sonnig". Zu Karin: ganz wunderbar der Vorschlag mit den Zuchtpilzen, schade daß das PilzSeminar erst im Herbst stattfindet, ich werde mich auf jeden Fall dafür anmelden.Wenn jemand weiß wie ich auf einfachste Weise mit einem Pilz schon mal anfangen könnte? Zu mir: ich selbst habe inzwischen auch ein bißchen was rausgefunden: In dem winzigen Eckchen mit 1 Std Sonne habe ich Koriander und Pfefferminze gepflanzt, die sich bis jetzt ganz gut machen und im Ganzschattenbereich probier ich mal Mangold und Rhabarber. Ja und dann habe ich zu meiner großen Freude bei Obi ein Samentütchen "Schattenblumen" gefunden. Bin mal gespannt. Dies für alle, die sich auch für das Thema Schattenpflanzen interessieren. Über weitere Ideen würde ich mich freuen. Liebe Grüße, Bettina
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18.06.2013 Tipps für den Schattengarten zum Artikel

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30.05.2014 siehe auch Label Pilze 

Küchenkräuter / Würzkräuter

Vielen Balkongärtnern kommen noch vor dem Gemüseanbau die Küchenkräuter in den Sinn. Besonders beliebt sind winterharte Kräuter, da schon bald nach Rückzug des Schnees und ohne weiteres Zutun erste Stengel sprießen. Die Chancen, dass die Kräuter den Winter überstehen, können erhöht werden, indem man den Pflanzen ein ausreichend großes Gefäß zur Verfügung stellt. So kann sich in der Wachstumphase ein kräftiges Wurzelgeflecht ausbilden, die Basis für eine gesunde und kräftige Pflanze.

winterhart sind folgende Kräuter:
  • Rukola: Man erntet einzelne Blätter, am besten die untersten, dann wächst die Pflanze nach oben hin weiter. Sonne und Trockenheit bringen Rukola schnell zur (wunderschönen!) Blüte. Danach bilden sich Hülsen mit den Samen für die nächste Saison. Nach dem Trocknen der Hülsen in offenen Gefäßen aufbewarten, um Schimmel vorzubeugen. Dies gilt auch für alle anderen Samen. Nach vollständiger Austrocknung eignen sich Kaffeefilter für die Aufbewahrung, die man beschriften kann und die man nach dem Einfüllen der Samen mit einer Büroklammer verschliesst. Pflanzenportrait Rukola
  • Petersilie, verschiedene Sorten: krause, glatte und Wurzelpetersilie, lange Keimdauer (ca. 3 Wochen und länger), Samenbildung im zweiten Jahr. Pflanzenportrait Petersilie
  • Schnittlauch: man erntet einzelne Stengel, um die Pflanze nicht zu sehr zu schwächen.Vermehrung über Samen oder durch Teilung des Wurzelstocks.Pflanzenportrait Schnittlauch
  • Marokkanische Minze: Bätter können frisch oder getrocknet zur Teezubereitung oder als Salatwürze benutzt werden. Einzelhaltung in einem Topf empfehlenswert, da Minze über Wurzelausläufer sehr stark wuchert. Das schnelle Wachstum und der bekannte Pfefferminzgeschmack machen die Marokkanische Minze für Kinder interessant. Pflanzenportrait Pfefferminze
  • Thymian
weitere winterharte Pflanzen:
  • Spinat (Sorte Verdil sehr empfehlenswert)
  • Erdbeeren und Knoblauch (sehr gut in Kombination anbaubar)
  • Etagenzwiebel (leider kaum im Handel erhältlich, Ausnahme: Stiftung Kaiserstühler Garten)
 bedingt winterhart:
 nicht winterhart:

Weitere Infos: 

Bilder vom Workshop in Binningen

Besucher aus Binningen, Basel und sogar aus dem benachbarten Frankreich trafen sich im Familienzentrum, um Tomaten und Chilipflanzen zu pikieren.
Nach dem Umtopfen, wurden die noch empfindlichen Pflanzen in Gewächshäuschen gestellt und mit nachhause genommen.



 

Interview mit Florian Zurheiden von "Human leben"

NETZWERK BALKONGÄRTEN BRINGT EIN STÜCK UNABHÄNGIGKEIT AUF DEN BALKON

Quelle: www.human-leben.net, 04.April 2013

Da dies auch ein wichtiger Aspekt für ein humanes Leben ist, hat die Initiatorin – Frau Karin Kook – einige Fragen für Human-Leben beantwortet. Vielleicht finden ja auch Sie Interesse sich (noch mehr) mit Ihrem Garten zu beschäftigen.

Human-Leben (HL): Was / wer ist das Netzwerk Balkongärten (NBG) und wo kann man Ihre Gruppen vor Ort überall schon finden?
Frau Kook (NBG): Das Netzwerk Balkongarten ist ein Zusammenschlus aus ca. 100 Haushalten, darunter viele Familien mit Kindern, aber auch ältere Ehepaare oder Studenten, die keinen Garten haben. Die meisten kommen aus Freiburg im Breisgau. In Basel/Binningen ist derzeit eine neue Gruppe im Aufbau, in Zürich bestehen erste Kontakte.

HL:  Was wollen Sie mit NBG erreichen?
NBG: Es gibt ganz verschiedene Motive. Zunächst ist Balkongärtnern ein schönes und kreatives Hobby. Gemüse blühen nämlich genauso hübsch wie die üblichen Balkonblumen. Praktische ist, dass mit ein wenig Erfahrung immer frische Kräuter und im Sommer auch eine Menge erntefrische Gemüse zur Verfügung stehen. In umweltpädagogischer Hinsicht ermöglicht es Familien ohne Garten, die Natur ganz nah an den eigenen Lebensraum heranzuholen, für 24 Stunden am Tag. Zu beobachten gibt es vielerlei. Neben dem Lebenszyklus der Pflanzen kann der Balkon durch Nistkasten oder Insektenhotel für die Tierwelt attraktiv gestaltet werden. Oft wird man in kürzester Zeit mit regelmäßigem Besuch belohnt. Im Netzwerk Balkongarten kann man Antworten auf entstehende Fragen finden. Zudem eröffnet die Landwirtschaft im Miniaturformat den Blick auch auf mancherlei wichtige Aspekte der globalen Landwirtschaft. Dies beginnt bereits mit der Auswahl des Saatgutes, also noch bevor man die ersten Samenkörner in die Erde legt.

Balkon3 

HL: Wie sind Sie darauf gekommen?
NBG: Das Netzwerk Balkongarten wurde relativ spontan gegründet. Für einen Workshop zum Balkongärtnern wurde noch ein Referent gesucht. Dabei wurde klar, dass eine einmalige Veranstaltung nicht ausreicht, sämtliche Fragen zu beantworten, die das praktische Gärtnern im Jahreslauf aufwirft. Welches Saatgut soll man verwenden? Wann und wie pikieren? Welche Töpfe sind geeignet und worauf muss man bei der Erde achten? Wann kann ich ernten? Welche Pflanzen können überwintert werden? Die Idee zum Netzwerk Balkongarten war geboren.

HL: In wie weit kann NBG zu einer unabhängigen Nahrungsmittelversorgung beitragen?
NBG: Je nach Platz und je nach gärtnerischen Fähigkeiten – die von Jahr zu Jahr wachsen – kann einen Teil der Nahrungsmittelversorgung vom Balkon aus bestritten werden. Viele wünschen sich zunächst Küchenkräuter, die immer wieder nachwachsen und nicht viel Platz benötigen. Mit etwas mehr Platz (z.B. 7 großen Töpfen) kann beispielsweise eine Jahresration Tomaten gezogen werden. Vor zwei Jahren “musste” ich von Ende Juli bis Ende September täglich bis zu 100 sonnengereifte Cocktailtomaten essen. Es hat lange gedauert, bis ich nach dieser Zeit wieder Tomaten gekauft habe.

HL:  Welche Pflanzen eignen sich besonders?
NBG: Am besten eignen sich Pflanzen, die nicht zu empfindlich gegen Trockenheit sind. Allerdings kann man hier mit der Topfgröße entgegenwirken. Küchenkräuter eignen sich gut,  Feuerbohnen sind ein hübscher Sichtschutz. Ein wichtiger Punkt ist, danach auszuwählen, dass man oft ernten kann. Das Lieblingsgemüse der Balkongärtner sind eindeutig die Tomaten. Pflanzt man Ochsenherz, eine Sorte, die wenige große Früchte ausbildet, kann man erst sehr spät ernten. Das ist anders bei Cocktailtomaten, die man quasi täglich für Salate, als Pizzabelag oder einfach mal so zwischendurch pflücken kann. 

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HL: Gibt es Voraussetzungen hinsichtlich des Balkons?
NBG: Die meisten Pflanzen benötigen eine gewisse Menge Sonne um zu wachsen. Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen benötigen viel Sonne. Dann gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, die auf einem Ost- oder Westbalkon bestens gedeihen. Die winterharten Etagenzwiebeln z.B. in Kombination mit Erdbeeren aber auch Zucchini, Bohnen, verschiedene Kräuter und viele mehr kommen mit Morgen- oder Abendsonne gut aus. Pflanzen mit grossen Blättern, z.B. Salate, eignen sich besonders gut für teilbesonnte Balkons, da deren grosse Blätter viel Wasser verdunsten und in voller Sonne  – zumal im Topf – schnell welken. Optimal ist es, wenn Regen von oben auf die Töpfe fallen kann. Ein genauso wichtiger “Bio-Faktor” ist übrigens der Balkongärtner, der mit der Zeit ein immer besseres Gefühl für sein kleines individuelles Ökosystem gewinnt.

HL: Welche Tipps geben Sie Einsteigern bzw. wie kann man bei Ihnen mitmachen?
NBG: Auf unserer Webseite und über einen Mailverteiler werden Termine für Workshops angeboten, die sich neben generellen Aspekten meist an den Fragen des Teilnehmerkreises orientieren. Diese sind mitunter sehr verschieden. Ein Tipp ist, auf jeden Fall einmal anzufangen. Nach der ein oder anderen missglückten Petersilienaussaat haben viele das Gefühl: ich kann das sowieso nicht. Doch der Anfang ist gar nicht schwer, die Workshops bieten für Einsteiger die wichtigsten Informationen. Im Jahreslauf gibt es dann viele Möglichkeiten sich innerhalb des Netzwerks zu treffen: die ersten Erdbeeren auf einer Dachterasse zu teilen, sich die Pflanztechnik auf einem Nordbalkon anzusehen und im Winter im warmen Wohnzimmer gemeinsam die nächste Aussaat zu planen. Viel Spass und neue Freunde gibt es inklusive.

Wer über Termine informiert werden möchte, sendet eine Mail mit dem Betreff “Anmeldung Newsletter” an die Verteileradresse: netzwerk.balkongarten@web.de
Weiterführende Infos auch auf Netzwerk Balkongarten