Eigenes Saatgut für die nächste Saison

Tomatenkerne trocknen
Viele Gemüsepflanzen sind im August reif. Somit ist es an der Zeit sich Gedanken zu machen, welche Pflanzen im kommenden Jahr wieder gezogen werden sollen. Wenn für die Aufzucht "samenfestes Saatgut" verwendet wurde, lohnt es sich, die Samen selbst zu ernten und zu konservieren. Wenn Setzlinge gekauft wurden, kann man beim Gärtner nachfragen.

Literaturtipp für den eigenen Samenbau: Handbuch Samengärtnerei

Bei den beliebten Tomaten ist die Saatgutentnahme ganz einfach. Man wählt ein bis zwei wirklich reife Früchte und streicht die Kerne auf Filterpapier oder Küchenkrepp, wo sie praktischer Weise gut ankleben. Das Ganze beschriften - bevor das Papier nass wird - und an einem heißen Tag in der vollen Sonne trocknen. Da die Kerne auch im Inneren feucht sind, bewahrt man die Papierstreifen noch eine ganze Weile an der Luft auf, d.h. man gibt sie nicht in eine geschlossene Dose, wo sie  schimmeln könnten.

Eine einzelne Tomate kann gut und gerne 80-100 Samen enthalten, viel mehr als man selbst benötigt. Mit Blick auf die Saatguttauschbörsen im kommenden Frühling lohnt es sich aber, ein paar mehr Samen zu trocknen. Es gibt immer dankbare Abnehmer. Für die Samentauschbörsen können gleich passend viele kleinere beschriftete Papierstreifen mit jeweils ein paar Samen vorbereitet werden.


Wer mehr als eine Sorte Paprika oder Tomaten auf dem Balkon hat, darf nicht traurig sein, wenn die Ernte im Folgejahr etwas anders aussieht. Mischformen entstehen öfter, insbesondere bei Paprika, aber auch bei Tomaten.
In diesem Jahr hatte ich beispielsweise Reisetomaten gepflanzt. Das "ursprüngliche" Saatgut stammte aus der Tomate einer Biogärtnerei und wurde bereits 7 Jahre verwendet, wobei es möglichst jedes Jahr angebaut wird d.h. jedes Jahr wieder Samen gewonnen werden. Dieses Jahr waren manche Pflanzen sehr stark und dick, genauso wie die Früchte. Hier hat der Wind oder eine Hummel wohl das Ochsenherz vom Balkon des Nachbarn eingekreuzt.*) Die neue Sorte wurde spontan "Ochse auf Reisen" getauft.
Wer mehrere sortenreine Paprika, Peperoni oder Chili haben möchte, was sehr schön anzusehen ist, mag sich der Einfachkeit halber die gewünschten Früchte in einem Bioladen kaufen. Hier kann man - anders als beim Kauf von Samen - gleich testen, ob die Frucht jeweils auch schmeckt. Die meisten dieser Pflanzen werden in Monokultur gezogen, so dass sie sich höchstwahrscheinlich nicht mit anderen Sorten gekreutzt haben. Aber auch hier kann beobachtet werden: Saatgut aus der gleichen Paprika, kann ganz unterschiedliche Pflanzen und Früchte hervorbringen. Kleine und grosse. Das Aussehen hängt wohl jeweils zu einem grossen Teil auch von den Standortfaktoren der selbst kultivierten Pflanze ab, z.B. der Fruchtbarkeit der Erde und dem Wetter / Klima (Wind, Sonne, Feuchtigkeit).

Der "Ochse auf Reisen"